Power Rangers

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Darum geht es

Jason (Dacre Montgomery), Billy (RJ Cyler), Kimberly (Naomi Scott), Zack (Ludi Lin) und Trini (Becky G) finden fünf geheimnisvolle Münzen, die ihnen Superkräfte verleihen. Auf einmal sind sie superstark und können extrem weit springen. Während sie ihre neuen Fähigkeiten entdecken, begegnen sie Zordon (Bryan Cranston) – einem früheren Power Ranger. Er erzählt ihnen, dass die schreckliche Rita Repulsa (Elizabeth Banks) in elf Tagen die Welt vernichten will. Die Teenager haben die Möglichkeit, sie zu stoppen. Doch um das zu schaffen, müssen sie trainieren und ein Team werden.


Viel Zeit für Nichts

Dieser Film lässt sich sehr viel Zeit, bis es zur Sache geht. Von 120 Minuten Gesamt-Laufzeit müssen wir 90 Minuten warten, bis die Helden in ihre Rüstungen schlüpfen. „Prima. Da bleibt ja davor viel Zeit, um die Charaktere zu entwickeln,“ könnte der Zuschauer jetzt denken. Doch die Entwicklung der Figuren geht leider viel zu schnell und ist noch dazu sehr unglaubwürdig.
So gut wie jede Aufgabe, vor der sie stehen, haben sie in ca. 27 Sekunden gelöst. Das ist nicht übertrieben. Hier zwei Beispiele:
Die Teenies haben gerade ihre Kräfte entdeckt. Sie stehen vor einer Schlucht und wollen auf die andere Seite. Für einen kurzen Moment zögern sie. Doch dann springt einer nach dem anderen rüber. Ich kauf das ihnen nicht ab. Selbst wenn sie Kräfte haben, sind doch trotzdem Ängste da – vor Höhe, vor Verletzungen, vor dem Tod. Solche Gefühle gehen nicht einfach mit dem Erhalt von Superkräften weg.
Als zweites Beispiel möchte ich die Steuerung ihrer Fahrzeuge, der Zords, nennen. In dem Kampf am Ende steigen sie in ihre Dinos, Flieger und Roboter. Bis auf ein paar Momente des Innehaltens scheinen sie sich alle perfekt mit der Steuerung auszukennen. Dabei haben sie diese Teile vorher kein einziges Mal bedient.


Gefühle nach Rezept

Was mich ebenfalls gestört hat, war wie die Freunde zusammen gefunden haben. Zack und Trini tauchen einfach so auf. Sie befinden sich eines Tages zufällig am selben Ort wie die anderen drei. Ab dem Moment sind sie auf einmal alle unzertrennlich. Wir erfahren nur sehr wenig über die Neuankömmlinge. Trinis Familie wird einmal, in der 50. Minute, ganz kurz gezeigt und das war’s.
Um noch etwas Tiefe in das Miteinander zu streuen, gibt es eine Szene am Lagerfeuer, in der fast alle ihre Geheimnisse preisgeben. Dazu läuft durchschnittliche, melancholische Musik. Dies soll wahrscheinlich der emotionale Höhepunkt des Films sein. Doch mich lässt diese Szene leider kalt. Gefühle nach Patentrezept zünden bei mir nicht.
Damit ein Film mich wirklich berührt, muss er eine grundlegende Regel beachten: es muss einen gut ausgearbeiteten Protagonisten geben, der einen durch die Handlung führt. Schaffen die Macher das, sehe ich das ganze Geschehen durch seine Augen. Ich vergesse, dass ich nur Zuschauer bin und fühle mich selbst wie der Held, der gerade ein Abenteuer erlebt. Doch hier ist das nicht der Fall. Die Figuren sind so flach, dass ich kein bisschen Interesse an dem habe, was sie erleben.


Welt retten? Kleinigkeit!

Nachdem Zordon ihnen gesagt hat, dass Rita ihren Plan in elf Tagen in die Tat umsetzen will und sie keine Zeit verlieren dürfen, gehen die fünf erstmal wieder nach Hause. Sie müssen ja noch Hausaufgaben machen und morgen wieder zur Schule. Am nächsten Tag kommen sie zu Zordon zum Training zurück, doch danach verschwinden sie wieder. So geht das Tag für Tag. Wenn mir jemand von einem Superschurken erzählen und mir sagen würde, ich hätte die Fähigkeit ihn aufzuhalten, würde ich alles tun, um mich darauf vorzubereiten. Außerdem wäre ich von meinen neuen Kräften und der Begegnung mit Zordon so geflasht, dass ich sehr viele Fragen hätte. Doch diese Kids haben anscheinend noch andere Aufgaben, die mindestens genauso wichtig sind wie die Rettung der Welt.


Die Schauspieler

Die Schauspieler sind ok, aber so richtig hervorstechen tut keiner. Die besten Momente hat noch RJ Cyler als Billy. Wäre das ein guter Film, wär er mein Lieblingsranger. Da die Autoren aber mit den Figuren nichts gemacht haben, hat auch er mich leider nicht umgehauen. Immerhin konnten die Macher mit Elizabeth Banks und Bryan Cranston zwei Stars engagieren, um die Zuschauerzahlen nach oben zu treiben. Doch beide, vor allem Cranston, sind völlig vergeudet. Er hat kaum etwas zu tun, außer in einer Wand zu stecken und Sätze runter zu rattern. Banks holt einiges aus ihrer Rolle raus. Doch das Drehbuch gibt nicht so viel her, wie es für solch eine gute Schauspielerin angemessen wäre. Manche ehemals berühmten Schauspieler sind nach so einem Flop von der Bildfläche verschwunden. Doch beide haben Gott sei Dank noch genug andere Projekte, in denen sie ihr Talent unter Beweis stellen können. Bryan Cranston ist hauptsächlich in Serien aktiv. Elizabeth Banks wird im November als Bosley in 3 Engel für Charlie zu sehen sein (bei dem sie selbst Regie führt) – an der Seite von Kimberly-Darstellerin Naomi Scott.


Meine Bewertung

Dieser Film gehört zu meinen Top 20 – und zwar von den schlechtesten Filmen aller Zeiten. Das Drehbuch ist oberflächlich, die Charaktere unglaubwürdig, die Action langweilig und die Musik durchschnittlich. Immerhin ist der Schnitt nicht solch eine Katastrophe wie ich es aus anderen schlecht gemachten Actionfilmen kenne. Er ist zwar manchmal zu schnell, doch im Großen und Ganzen konnte ich immer den Überblick behalten. Power Rangers bekommt von mir

Ein 1/2 von Fünf Besen

Beppos Fazit

Beppo: Als ich noch so jung war wie Jason und seine Freunde wollte ich auch immer super stark sein. Ich wollte Abenteuer erleben und das Böse bekämpfen. Doch mit der Zeit entdeckte ich, dass nicht Superkräfte entscheidend sind. Im Kampf gegen die Grauen Herren braucht man innere Stärke, Gelassenheit und gute Freunde. Mit diesen Geheimzutaten habe ich schon etliche Siege errungen. Keine Power-Münze der Welt kann einem so viel Kraft verleihen wie ein guter Freund.


Power Rangers
Jahr: 2017
Land: USA
Regie: Dean Israelite
Darsteller: Dacre Montgomery, Naomi Scott, RJ Cyler, Ludi Lin, Becky G, Elizabeth Banks, Bryan Cranston

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