Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter

Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter

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Darum geht es

Das Imperium baut an einem zweiten Todesstern. Dieser ist zwar noch nicht fertig, doch bereits durchaus einsatzfähig. Geschützt wird er von einem Schild, dessen Generator sich auf dem Waldplaneten Endor befindet. Die Rebellen begeben sich dorthin, um ihn auszuschalten. Leia (Carrie Fisher), Han (Harrison Ford) und die Droiden unterstützen sie dabei, während Luke (Mark Hamill) sich auf den Weg zu einem ganz persönlichen Kampf begibt. Er muss sich seinem Vater (David Prowse / James Earl Jones) stellen.


Brennende Fragen

Drei Jahre mussten die Fans warten, um zu sehen, wie es weiter geht. Dabei sind ihnen wahrscheinlich zwei Fragen durch den Kopf gegangen:
1. Werden unsere Helden nach den vielen Niederlagen, die sie im letzten Teil erleiden mussten, Gerechtigkeit erfahren?
2. Kann dieser Film an Episode V, die so umwerfend gut war, überhaupt ran kommen?

Ich bin sehr froh, beide Fragen mit Ja beantworten zu können! Das Imperium schlägt zurück ist zwar in meinen Augen immer noch der beste Teil der gesamten Saga, trotzdem ist Die Rückkehr der Jedi-Ritter ein sehr guter Film, an dem ich fast nichts auszusetzen habe. Er hat eine toll erzähle, emotionale Geschichte, ist mit all seinen neuen Sets, Aliens und Sprachen sehr kreativ und der Soundtrack ist wieder einmal genial!


Das Böse

Die erste Einstellung ist uns zwar vertraut, doch trotzdem sehr imposant. Wie zu Beginn von Episode IV fliegt ein riesiger Sternzerstörer ins Bild und erstreckt sich über die ganze Leinwand. Eine Fähre mit Darth Vader löst sich von ihm und fliegt auf den Todesstern zu. Er kündigt seinen Untergebenen an, dass der Imperator (Ian McDiarmid) mit dem Baufortschritt nicht zufrieden sei und dass er nicht so leicht verzeihe wie er (was würde er wohl zum BER sagen?). Bereits in dieser ersten Szene ist Vaders Ausstrahlung dank David Prowses Schauspiel und James Earl Jones vokaler Arbeit wieder wunderbar eingefangen. Sofort ist die bedrohliche Macht spürbar, die auch im letzten Teil von ihm ausging. Gleichzeitig wird mit diesem wunderbar geschriebenen Dialog der Imperator auf spannende Weise angekündigt. Sowohl Neugierde als auch Furcht vor seinem Ankommen durchdringen den Zuschauer in diesem Moment.


Eine neue Hoffnung

Als nächstes befinden wir uns in Jabbas Palast. Für den Gangsterboss ist es ein Ort des Vergnügens, für (fast) alle anderen ein Ort der Qualen. Seine Helfer und Tänzerinnen werden bei Ungehorsam, oder auch einfach wenn Jabba Lust drauf hat, gefoltert oder an Raubtiere verfüttert. An einer Wand steht als Dekoration der eingefrorene Han Solo. George Lucas hat alles, was die Fans an den vorigen Teilen geliebt haben, nochmal aufgegriffen und stärker ausgearbeitet. Wir fühlen uns an diesem Ort wie in der Kantine von Mos Eisley, wo sich der Abschaum der Galaxis getroffen hat. Es gibt zig verschiedene Aliens sowie neue, fremdartige und zugleich faszinierende Band-Musik. In diesem Ort steckt sehr viel Liebe zum Detail. Allein die ganzen verschiedenen Sprachen zu entwickeln, muss sehr zeitaufwendig gewesen sein.
Schließlich erscheinen die Helden auf der Bildfläche. Sie sind gekommen, um Han zu befreien. In der ganzen Sequenz rund um seine Rettung schlägt uns grenzenloser Optimismus entgegen. Im letzten Teil haben die Guten so ziemlich jeden Kampf verloren. Doch diesmal tritt Luke mit einem völlig neuen Selbstbewusstsein auf. Er strahlt absolute Siegesgewissheit aus – selbst auf der Planke über dem Abgrund im Angesicht des Todes. Wie er und seine Freunde die Bösen fertig machen, erfüllt den Zuschauer mit Genugtuung. Endlich erfahren sie Gerechtigkeit. Auch Boba bekommt hier sein Fett weg. Spätestens ab dieser Szene sollte dem Zuschauer klar sein, dass diese Helden so leicht nichts aufhalten kann.


Ein trauriger Abschied

Gerade erst haben wir diese epische Rettungsmission miterlebt, schon werden wir von der Vergänglichkeit intergalaktischen Lebens eingeholt. Unser allseits geliebter Yoda (Frank Oz) ist krank und möchte sich zum ewigen Schlaf hinlegen. Er sagt Luke, seine Ausbildung wird beendet sein, nachdem er sich Vader gestellt haben wird. Was ist damit gemeint? Wird von ihm erwartet, dass er seinen Vater tötet? Der junge Jedi möchte nicht gegen ihn kämpfen, sondern ihn auf die helle Seite der Macht ziehen. Sein Glaube an das Gute in diesem ist erstaunlich, obwohl es sich dabei um einen der größten Massenmörder des Universums handelt (zu der Zeit war Thanos noch Zukunftsmusik). Nachdem Yoda ihm alles wichtige gesagt hat, löst er sich, wie Obi-Wan damals, in Luft auf.
Es ist zwar schade, dass wir in diesem Teil so wenig von Yoda zu sehen bekommen. Trotzdem ist diese Szene sehr emotional inszeniert.


Die Ewoks

Nach diesem Moment tiefer Trauer beschreitet der Film wieder fröhlichere Wege. Denn nun geht die Reise zum Waldplaneten Endor. Diese Gegend ist voll von kreativen Einfällen. Da wären erstmal die unfassbar schnellen Speed-Bikes der Stormtrooper zu nennen. Diese haben dem Zuschauer damals wieder etwas geboten, was er so vorher wahrscheinlich noch nie gesehen hat (außer er befand selbst schon mal auf einer interstellaren Reise). Auch heute noch ist diese Szene sehr unterhaltsam.
Das außergewöhnlichste an diesem Ort sind allerdings seine Bewohner. Die Ewoks sehen zwar aus wie Teddybären, sind aber aufgrund ihres Einfallsreichtums und Muts nicht zu unterschätzen. Zuerst scheinen sie keine große Hilfe zu sein. Die imperialen Truppen sind ihnen überlegen – sowohl im Weltraum als auch auf dem Boden. Doch dann erobern die Ewoks einen Kampfläufer und gewinnen so die Kontrolle über die Situation. Damit hat der Imperator, der auf alles vorbereitet war, nicht gerechnet.
Nicht nur für ihn, auch für den Erfolg des Films waren sie durchaus ein Risiko. Der letzte Teil war in seiner Grundstimmung eher düster, doch die Fans haben ihn geliebt. Das Imperium schlägt zurück hatte zwar auch viel Humor, doch Die Rückkehr der Jedi-Ritter bekommt durch diese neuen kleinen Wesen eine sehr viel kindlichere Atmosphäre. Solch niedliche und lustige Figuren haben sich in manch anderen Filmen bereits als dunkle Bedrohung für die Fans entpuppt. Doch die Ewoks kamen gut an und haben meiner Meinung nach dem Film nicht geschadet, sondern ihn bereichert. Sie sind nicht nur süß, sondern fügen sich auch perfekt in die Geschichte ein.
Doch was wären Endors Wälder und seine Bewohner ohne die Musik von John Williams? Nicht mehr als ein Komposthaufen mit lebendig gewordenen Kuscheltieren. Seine Kompositionen hauchen dem Planeten Leben ein und verleihen den Pelztieren Charakter. Fans von Sergei Prokofjew kommen hier auch auf ihre Kosten. John Williams hat sich meiner Meinung nach stark von ihm inspirieren lassen (v.a. von dem Marsch aus Die Liebe zu den drei Orangen).


Die Rückkehr des Jedi-Ritters

Am meisten beeindruckt haben mich Luke Skywalker und Darth Vader. Sowohl die Darstellung der beiden Charaktere, als auch deren Beziehung zueinander wurde genial inszeniert. Der Dunkle Lord wirkt so menschlich wie nie zuvor. Obwohl sein „Gesicht“ völlig bewegungslos ist, hat er in diesem Teil eine ausgesprochen starke Mimik. Dank der Kombination von David Prowses Gestik, der aussagekräftigen Kameraführung und der wie immer passend komponierten Musik strahlt Darth Vader sehr viel Emotionen aus. Durch die vielen Close-Ups ist seine innere Zerrissenheit deutlich spürbar. Den Höhepunkt dieses Gefühl-Konflikts bietet aber die Szene, in der Luke die Macht des Imperators durch dessen Blitze zu spüren bekommt. Ohne Worte und ohne Mimik schaffen die Macher es, genau darzustellen, was in Vader vorgeht.
Auch Mark Hamill spielt wie in den vorigen Teilen so gut, dass der Schauspieler verschwindet und nur noch die Rolle zu sehen ist. Doch nicht nur das – er bringt den Wandel, den er erlebt hat, glaubhaft rüber. Im ersten Teil war er noch der unerfahrene, naive Junge von einer Farm. In Episode V hat er zwar einiges gelernt, hatte aber gleichzeitig zu viel Angst, um gegen das Böse gewinnen zu können. Doch hier scheint er sich endlich seiner Stärke bewusst zu sein. Er weiß, was er drauf hat. Gleichzeitig wirkt er wie ein normaler Mensch. In den Kampfszenen (z.B. in Jabbas Käfig oder auf den Speed-Bikes) kommt auch er außer Puste. Außerdem ist in seinen Augen der Respekt, den er vor seinen Gegnern hat, zu erkennen.
Auch Lukes innere Zerrissenheit ist deutlich zu spüren. Er glaubt an das Gute in Vader und hält daran bis zum Schluss fest. Doch für einen kurzen Moment, nachdem er die (scheinbare) Niederlage der Rebellen gesehen hat und Vader ihm droht, Leia auf die dunkle Seite zu ziehen, verliert er die Kontrolle. Er lässt seinem Zorn freien Lauf und scheint alles zu riskieren, woran er geglaubt hat. Doch nachdem er Vaders Hand abgeschlagen hat, hält er inne. Er erkennt, dass auch er zum Teil bereits Maschine und damit seinem Vater gar nicht so unähnlich ist. Die dunkle Seite hatte für einen kurzen Augenblick Besitz von ihm ergriffen. Doch er entscheidet sich gegen diesen Weg. Das Böse hat keine Macht mehr. Lukes Hass ist verklungen. Der Sieg des Guten findet seinen absoluten Höhepunkt darin, dass der dunkle Lord nicht mehr auf seinen Meister hört und zu seiner eigentlichen Bestimmung zurück findet.


Wahrer Frieden

Nachdem der Imperator vernichtet ist, kommt es zu einer Reihe bewegender Momente. Als Luke hinter die schwarze Maske blicken darf, greift der ein oder andere Fan zum Taschentuch. Die ohnehin sehr ergreifende Szene wird durch John Williams um einiges verstärkt. Der vorher imposante und bedrohliche Imperiale Marsch verwandelt sich nun in sanfte und leise Töne und klingt langsam aus. Die letzten Akkorde verfliegen im All – wie Vaders bzw. Anakins Seele, die sich nun zu Obi-Wan (Alec Guinness) und Yoda hinzugesellt.
Doch es wird noch eins oben drauf gesetzt. Während der Todesstern bereits auseinander fällt, zieht Luke seinen Vater zum Schiff. Dieser ist ihm so wichtig, dass er ihn, trotz all seiner Gräueltaten, nicht liegen lassen kann. Er riskiert sein Leben, um seinem Vater die letzte Ehre zu erweisen. Lukes Vergebungsbereitschaft und sein Mut sind äußerst inspirierend. Gekrönt wird dieser Ritt der Gefühle durch die ebenfalls wunderbar inszenierte Bestattung von Anakin Skywalker.


Meine Bewertung

Es ist zwar etwas enttäuschend, dass manches, wie der Todesstern und dessen Zerstörung, aus Episode IV kopiert wurde. Trotzdem ist dieser Film der perfekte Abschluss einer genialen Trilogie, deren Einfluss auf die Filmindustrie revolutionär war und deren Macht bis heute nachklingt. Die Rückkehr der Jedi-Ritter bekommt

Fünf von Fünf Besen

Beppos Fazit

Beppo: Wenn ich so die Straßen sauber mache, sehe ich allerhand Menschen. Dabei fällt mir auf, wie unterschiedlich sie miteinander umgehen. Manche lachen, manche umarmen sich und andere wiederum streiten sich und gehen wutentbrannt auseinander. In solchen Momenten denke ich an Luke. Er hat stets an das Gute in seinem Vater geglaubt, ist ihm entgegen getreten und hat ihm verziehen. Diese Bereitschaft zur Vergebung wünsche ich auch diesen Menschen. Denn wenn sie erleben, was Luke erlebt hat, erfahren sie wahren Frieden!


Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Star Wars: Episode VI – Return of the Jedi)
Jahr: 1983
Land: USA
Regie: Richard Marquand
Darsteller: Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Billy Dee Williams

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siebzehn − 8 =