Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück

Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück

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Darum geht es

Die Rebellen unter Leitung von Leia (Carrie Fisher), Luke (Mark Hamill) und Han Solo (Harrison Ford) befinden sich in ihrer neuen Station in der Eiswüste von Hoth. Das Imperium entdeckt sie jedoch und macht ihre Basis dem Erdboden gleich. Han und die Prinzessin fliehen im Rasenden Falken. Luke hingegen macht sich nach einer Vision ins Dagobah-System auf, um den alten Jedi-Meister Yoda zu finden. Doch Darth Vader (David Prowse / James Earl Jones) ist allen dreien auf den Fersen. Vor allem für den jungen Skywalker hat er eine besondere Überraschung parat.


Meine Meinung

Selbst 40 Jahre nach seiner Premiere ist dieser Film immer noch spannend, lustig und mitreißend. Nur drei Jahre nach Eine Neue Hoffnung kommt die Fortsetzung ins Kino. Wer hätte damals, im Jahre 1980, wohl damit gerechnet, dass der erste Teil sogar übertroffen werden könnte? Vom Anfang bis zum Ende hat er mich gepackt.
In erster Linie liegt das an den Charakteren. Sie begleiten einen über die gesamte Laufzeit. Im vorigen Teil der Space-Saga wurden die Helden recht spät eingeführt. Luke wurde erst einige Zeit nach der Flucht der Droiden vorgestellt. Das Zusammentreffen mit Han kam erst in Mos Eisley zustande. Auf Leia mussten wir sogar noch länger warten. Doch in diesem Teil sehen wir alle drei Helden ab der ersten Szene. Dadurch, dass sie von Anfang an im Bild sind, haben sie mich direkt ins Geschehen mit rein gezogen.


Die Reise der Helden

Allerdings sind die drei Hauptfiguren nur in wenigen Momenten zusammen unterwegs. Han, Leia, Chewbacca (Peter Mayhew) und C-3PO (Anthony Daniels) sind auf der Flucht vor dem Imperium, während Luke sich zusammen mit R2-D2 (Kenny Baker) auf Dagobah befindet. Nach der Einstiegssequenz sind die drei Helden nicht mehr zu dritt zu sehen.
Auf Dagobah begegnet Luke dem Jedi-Meister Yoda. Das kleine grüne Wesen wirkt anfangs noch wie ein freches, verwirrtes und albernes Ex-Mitglied der Muppet-Show. Doch relativ schnell entwickelt er sich zu einer ernst zu nehmenden und Respekt einflößenden Figur. Er beginnt, Luke zum Jedi auszubilden. Dazu gehören ein intensives Sport-Programm, der richtige Umgang mit der Macht und jede Menge Weisheit. Seine Sprüche sind sehr tiefgründig und lassen sich gut auf unser eigenes Leben anwenden. Eines meiner Lieblingszitate ist: „Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen.“
Die Ähnlichkeit zu den Muppets kommt übrigens nicht von ungefähr. Der Jedi-Meister wird nämlich durch eine Puppe dargestellt, die von Frank Oz gespielt und gesprochen wird. Dieser hat zusammen mit Jim Henson Die Muppets und Die Sesamstraße entwickelt und zahlreichen Charakteren seine Stimme geliehen. Bert, Fozzie Bär, das Krümelmonster und Miss Piggy sind nur ein paar Beispiele, die sein außergewöhnliches Talent beweisen. Der deutsche Synchronsprecher wurde ebenfalls wunderbar ausgewählt: Hugo Schrader verleiht ihm hierzulande seine Stimme (zumindest in der Original-Trilogie).
Das ist jedoch noch nicht alles, was den kleinen, grünen Meister auszeichnet. Besonders bemerkenswert ist seine Mimik. Die beweglichen Augen und Ohren verleihen ihm sehr viel Ausdruck, so dass alle Emotionen glaubhaft rüberkommen. Frank Oz hat als Puppenspieler beträchtliche Arbeit geleistet.
Richtig beeindruckend ist die Szene, in der er den X-Wing aus dem Sumpf hebt. Die Musik von John Williams macht diesen Moment zu etwas einzigartigem. Spätestens hier ist sowohl dem Zuschauer als auch Luke klar, dass wahre Größe nichts mit dem Körpermaß zu tun hat.


Zwei interessante Paare

Nicht nur neue Figuren eingeführt sie werden. Bereits bekannte Charaktere mehr Tiefe sie erhalten. Han Solo darf weiterhin flotte Sprüche reißen. Doch nicht nur das. Während der ganzen Zeit auf Hoth redet er davon, dass er die Rebellen verlassen muss. Doch in Wahrheit kommt er Leia im weiteren Verlauf der Handlung immer näher. Harrison Ford und Carrie Fisher spielen ihre Rollen so gut, dass sie geradezu mit ihnen verschmelzen.
Neben dem Liebespaar lernen wir auch die Droiden näher kennen. C-3PO bringt mit seinen Meckertiraden und seinem Pessimismus die Zuschauer zum Lachen. Auch sein kleiner Freund R2-D2 entwickelt sich weiter. Sein Piepen und seine Bewegungen sind in diesem Teil um einiges lebendiger und erregen mehrfach unser Mitgefühl.


Darth Vader

Die spannendste Entwicklung der Nebenfiguren ist beim Dunklen Lord selbst zu beobachten. Er wirkt sowohl grausam als auch menschlich. Auf der einen Seite lässt er seine Unergebenen seine Unbarmherzigkeit spüren. Wenn sie einen Fehler begangen haben, stehen die Chancen auf eine Weiterbeschäftigung im Imperium sehr schlecht. Auf der anderen Seite kommt in manchen Szenen seine Menschlichkeit zum Vorschein. Einmal sehen wir, wie ihm in seiner Meditationskammer der Helm aufgesetzt wird. Dabei ist für einen kleinen Augenblick sein vernarbter Kopf zu sehen. Da wird klar, dass dieser skrupellose Herrscher einst ein ganz normaler Mensch mit ganz normalen Gefühlen war. Außerdem zeigt seine Abhängigkeit von seinem Helm seine Verwundbarkeit.
Da er in diesem Teil sehr viel mehr reden darf als in Episode IV, möchte ich auch das Talent des deutschen Synchronsprechers hervorheben – Heinz Petruo. Er macht James Earl Jones alle Ehre. Seine Stimme passt perfekt zu Darth Vaders Erscheinung. Übrigens hat der Synchronsprecher einen ebenso begnadeten Sohn: Thomas Petruo. Dieser ist Teil meiner Lieblingsfilmreihe, Zurück in die Zukunft. In der deutschen Fassung ist er die Stimme von Biff Tannen.


Ein Vorgeschmack auf das Ultimative Böse

Darth Vader ist aber nicht der einzige, der Schrecken verbreitet. Auf einmal ist von einem Imperator die Rede. Wer ist dieser Mann mit dem schrumpeligen Gesicht (Ian McDiarmid), vor dem sogar der schwarze Herrscher niederkniet? Wie schrecklich muss er sein, wenn er sogar über dem dunklen Lord steht?


Freund oder Feind?

Die letzte Nebenrolle, die ich erwähnen möchte, ist die des Lando Calrissian (Billy Dee Williams). Er tanzt etwas aus der Reihe. In Episode IV war die Grenze zwischen Gut und Böse ganz klar zu erkennen. Die Figuren wurden sehr schwarz-weiß dargestellt (was sich auch in den Kostümen widerspiegelte). Doch Lando ist nicht das, was er vorzugeben scheint. Zuerst gibt er sich als Freund von Han Solo aus, verrät ihn und Leia jedoch an das Imperium. Später will er es dann wieder gut machen, weil er seinen Fehler erkennt. An diese Grauzone zwischen Gut und Böse muss sich der Zuschauer erst mal gewöhnen.


Eine schöne und friedliche Stadt?

Mit Lando wird auch ein neuer Ort eingeführt: Bespin. Die Stadt in den Wolken steckt voller Widersprüche. Da wären die schönen und warmen Farben des orange-roten Himmels auf der einen Seite. Auf der anderen Seite sind da der Verrat und die grausamen Taten von Darth Vader und seinen Leuten im Inneren. Die Helden werden gefangen genommen, gefoltert und eingefroren.
In dieser Stadt kommt es schließlich zum emotionalen Höhepunkt – dem Kampf zwischen Luke und Vader. Das Brummen der Laserschwerter, die Farben, das schwere Atmen und die Musik verleihen dieser Szene eine eindrucksvolle Atmosphäre. Den krönenden Abschluss bietet der Satz, den alle mit dieser Episode verbinden: „Ich bin dein Vater.“


Eine außergewöhnliche Erzählweise

Die Dramaturgie ist auch etwas, was diese Fortsetzung so besonders macht. Relativ bald nach dem Intro kommt es zu der actiongeladensten Szene des ganzen Filmes. In der Schlacht von Hoth wehren sich die Rebellen gegen gigantische imperiale Kampfläufer. Hier bekommt der Zuschauer alles, was das Nerd-Herz begehrt. Doch danach kommt keine weitere Szene mehr von diesem epischen Ausmaß. Statt auf der Rebellion liegt der Fokus weiterer Kämpfe auf den einzelnen Figuren. Das ist sehr ungewöhnlich. In modernen Blockbustern ist normalerweise das letzte Drittel am gewaltigsten. Dort wird so viel reingepackt, wie es das Budget hergibt. Doch hier kommt dieser Moment am Anfang. Das Ende hingegen zeigt den Konflikt von nur zwei Figuren. Das Duell von Vater und Sohn geht einem aber viel näher als die große Schlacht und ist deshalb an Spannung kaum zu überbieten.
Mir fällt spontan nur ein neuerer Blockbuster mit einer ähnlichen Dramaturgie ein, der mir auch sehr gefällt: The First Avenger: Civil War. In diesem Marvel-Film kommt es auch recht früh zu einer gewaltigen Szene auf dem Leipziger Flughafen. In dieser treffen alle Helden in einem heftigen Gefecht aufeinander. Am Schluss jedoch kommt es zu einem Kampf von nur zwei Personen: Captain America und Iron Man.


Hat das Böse gesiegt?

Was für den Zuschauer damals ziemlich überraschend gewesen sein durfte, waren die Niederlagen der Helden. Die Rebellenbasis auf Hoth wird komplett zerstört. Die Guten werden verraten. Han Solo wird eingefroren und Lukes Hand wird abgehackt (George Lucas hat ein Faible für abgetrennte Extremitäten). Doch anstatt, dass unser Protagonist alles wieder zurecht biegt, kommt der Abspann. Das muss damals ein ziemlicher Schock gewesen sein.
Bei Episode IV, also dem ersten Teil, wusste Lucas noch nicht, ob dieser erfolgreich sein wird. Deshalb musste er die Geschichte abschließen. Bei der Fortsetzung konnte er schon von einem weiteren Kassenhit ausgehen und hat deshalb das Ende offen gelassen. Drei weitere Jahre mussten die Fans warten, bis sie die Gerechtigkeit siegen sehen konnten.


Eine intergalaktische Sinfonie

Die Musik von John Williams ist einfach atemberaubend! Er greift die Themen des ersten Teils auf, erweitert sie und fügt neue hinzu. Viele Figuren, Landschaften und Gruppierungen haben eine eigene Melodie. Das Imperium (und somit Darth Vader als dessen Repräsentant) bekommt seinen eigenen Marsch – und der ist eine Wucht! Er ist gleichzeitig bedrohlich wie auch faszinierend.
Der Soundtrack ist unglaublich vielschichtig, emotional und mitreißend. Oft höre ich ihn einfach nur so, unabhängig vom Film. Dabei tauche ich erneut in dieses Universum ein. Sofort erscheinen die Bilder in meinem Kopf, ich erlebe einzelne Szenen erneut und habe mehrfach Gänsehautmomente. John Williams hat mit seinem Werk nicht nur Noten geschrieben und von einem Orchester spielen lassen. Seine Musik ist untrennbar mit den Bildern aus dem Film verbunden. Ohne sie hätte Darth Vader keine Macht, der Kampf auf Hoth wär nur eine Schneeballschlacht und der einleitende Text wär so beeindruckend wie ein Word-Dokument.
Worte reichen nicht aus, um die Wirkung dieser Musik zu beschreiben. Sie ist ein Meisterwerk innerhalb eines Meisterwerks!


Meine Bewertung

Es gibt kaum einen Film, an dem ich nichts auszusetzen habe. Selbst meine absoluten Favoriten sind nicht fehlerfrei. Es gibt immer eine Kleinigkeit, die hätte besser gemacht werden können. Doch an Episode V kann ich nichts finden, was mich stört. Keine Szene ist zu viel. Alle Momente tragen etwas zur Handlung bei, sowohl die spannenden als auch die ruhigen. Die Darsteller, die Effekte, die Musik – alles dient der Geschichte. Für diesen zeitlosen Klassiker und meiner Meinung nach besten Teil der gesamten Saga gebe ich

Fünf von Fünf Besen

Beppos Fazit

Beppo: Wie die Zeit vergeht! Ich kann es kaum fassen, dass der Film schon 40 Jahre alt ist. Das Kinoerlebnis war sehr beeindruckend. Doch nicht nur das. Es hat mich auch ein Stück weit geprägt. In Luke habe ich mich wieder erkannt. Damals war auch ich wie er noch ein junger Mann – auf der Suche nach einem Abenteuer. Ich wollte mehr über das Leben lernen. Wie alles zusammen hängt. Was Gut ist und was Böse. Wie froh war ich, als Yoda Antworten auf viele Fragen gab. Ich habe viel von ihm gelernt und seine Sätze haben mich mein ganzes Leben lang begleitet. Wie Luke stand auch ich immer wieder vor der Wahl: wähle ich den schnellen, verführerischen oder den langsamen Weg. Dann habe ich an Yodas Ratschläge gedacht und wusste, was zu tun ist.


Das Imperium schlägt zurück (Star Wars: Episode V – The Empire Strikes Back)
Jahr: 1980
Land: USA
Regie: Irvin Kershner
Darsteller: Mark Hamill, Carrie Fisher, Harrison Ford, Frank Oz, Billy Dee Williams

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