Star Wars: Episode IV – Eine Neue Hoffnung

Star Wars: Episode IV – Eine Neue Hoffnung

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Darum geht es

Das Imperium besitzt eine gigantische Waffe, die ganze Planeten auslöschen kann – den Todesstern. Die Pläne dafür sind Prinzessin Leia (Carrie Fisher) in die Hände gefallen. Als ihr Schiff von Darth Vader (David Prowse / James Earl Jones) angegriffen wird, schickt sie den Droiden R2-D2 (Kenny Baker) los, um die Pläne Obi-Wan Kenobi (Alec Guinness) und damit den Rebellen zu überbringen. Auf der Reise begegnen R2 und sein goldener Freund C-3PO (Anthony Daniels) Luke Skywalker (Mark Hamill). Er wird auf Leias Botschaft aufmerksam. Kurz darauf trickst ihn R2 aus und haut ab. Auf der Suche nach dem Droiden begegnet er Obi-Wan. Nachdem Lukes Onkel und Tante von den Sturmtruppen getötet wurden, macht er sich mit dem alten Jedi und seinen zwei metallenen Freunden auf, um die Pläne den Rebellen zu bringen. Dabei geraten sie in ein intergalaktisches Abenteuer.


Eine unglaubliche Erfahrung

Stellt euch einmal vor, ihr befindet euch im Jahre 1977 und seht Star Wars zum allerersten Mal. Ihr habt vorher noch nie etwas über den Film gehört und wisst nicht, was euch erwartet. Dabei müsst ihr euch vor Augen führen, dass es zu dieser Zeit noch kein CGI und auch keine Filme dieser Größenordnung gab. Der Saal wird dunkel, zuerst kommt die pompöse Musik von 20th Century Fox – und dann geht’s richtig los. Von der ersten Sekunde an seid ihr völlig überwältigt! Die Schrift, die in das Bild reinfliegt, dazu diese atemberaubende Musik und schließlich dieses gigantische Raumschiff, das sich über die gesamte Leinwand erstreckt. Dazu diese bunten Lichtblitze, die scheinbar Kanonenfeuer sein sollen, zusammen mit den außergewöhnlichen Soundeffekten. Wahrscheinlich fragt ihr euch: „Was ist denn hier los?“ All das passiert in den ersten 5 Minuten! Doch der ganze Film geht so weiter. In fast jeder Szene kommt ein neues Set, ein neues Alien, eine neue Waffe oder sonstwas zum Vorschein. So was gab es damals einfach noch nicht. Doch nicht nur die Fülle an kreativen Einfällen hat die Leute begeistert, sondern in erster Linie die Geschichte.


Weit entfernt und doch so nah

Sie spielt zwar in einer weit, weit entfernten Galaxis mit vielen fremden Wesen. Doch gibt es zahlreiche Elemente, die uns sehr vertraut vorkommen und die wir schon aus einigen anderen Filmen kennen: der Kampf von Gut gegen Böse, dunkle Herrscher, Prinzessinnen und Helden. Der Held in dieser Geschichte ist Luke. Er ist es, der uns in den Film reinzieht. Wir können uns mit ihm identifizieren, uns in ihm wiederentdecken, mit ihm hoffen, bangen, kämpfen und uns freuen. Seine Ausgangssituation ist wahrscheinlich vielen bekannt: wir haben Träume, wir hoffen auf etwas Großes, wollen die Welt zu einem besseren Ort machen. Doch wir sind gefangen in Arbeit, haben keine Zeit und sitzen an dem Ort fest, an dem wir gerade sind. So geht es auch ihm, bis er durch eine Reihe betrüblicher und glücklicher Ereignisse auserwählt wurde, die Pläne des Todessterns den Rebellen zu bringen. Auch dieser Wunsch steckt in uns – dass wir es irgendwann schaffen, unsere Träume in die Tat umzusetzen und den Weg zu gehen, den die Hoffnung uns führt.


George Lucas

Diese Sehnsucht ist es auch, die George Lucas ans Ziel gebracht hat. Er hatte unglaublich viel Mut und Durchhaltevermögen, diesen Film zu verwirklichen. Denn damals wollte zuerst niemand diese verrückte Geschichte finanzieren. Er musste hart kämpfen, um Geldgeber zu finden und um seine Ideen Realität werden zu lassen. Alleine über seinen Kampfgeist und welche Hürden er überwinden musste, könnte ich einen ganzen Artikel schreiben. Ich möchte hier aber hauptsächlich über das fertige Produkt reden.


Meisterhafte Musik

In jedem Detail ist dieses Meisterwerk herausragend. Da wäre schon mal die umwerfende Musik von John Williams zu nennen. Heutzutage wurde sie so oft gehört und imitiert, dass wir ihren Wert aus den Augen verlieren könnten. Doch ein so epischer Soundtrack war in Filmen bis zum Jahre 1977 selten zu hören. Er passt perfekt zu den Bildern auf der Leinwand. Die Weltraumschlachten, die Lichtschwertkämpfe, die Jawas und vieles mehr – durch die Musik bekommen all diese Elemente erst die Wirkung, die sie auf uns haben. Besonders bemerkenswert finde ich, dass viele Figuren oder Orte ein eigenes Thema haben. In der Einstiegssequenz kämpfen die Rebellen gegen die Sturmtruppen und Darth Vader – alles begleitet von schneller, aufregender Musik. Plötzlich erscheint Leia im Bild, begleitet von sanften Flötenklängen. Dieser musikalische Kontrast verdeutlicht, wer gut und wer böse ist – und deutet außerdem das Hauptthema dieses Films an: Hoffnung. Inmitten all dem Dunkel (durch das Schwarz von Darth Vaders Kostüm perfekt in Szene gesetzt) befindet sich ein kleiner, hell leuchtender Punkt (passend durch Leias weißes Gewand dargestellt). Dieser kleine Funke Hoffnung ist es, der später im Kampf gegen das übermächtige Imperium den Rebellen den Sieg bringt. Wunderschön untermalt ist ebenfalls der Moment, in dem Luke die zwei Sonnen auf seinem Heimatplaneten beobachtet. Richtig episch hingegen ist die Schlussszene im großen Saal, die durch John Williams‘ Komposition mit Feierlichkeit gekrönt wird. Das Gute hat gesiegt und wird ausgiebig zelebriert. Doch das Böse hat noch eine Rechnung mit den Rebellen offen – auch musikalisch. So bekommt das Imperium im nächsten Teil der Saga seine eigene, weltberühmte Hymne.


Herausragende Schauspieler

Doch um diese grandios untermalte Geschichte dem Publikum nahe zu bringen, sind vor allem sehr gute Schauspieler gefragt. Sie alle sind perfekt gecastet. Sich heutzutage jemand anders in diesen Rollen vorzustellen, ist so gut wie unmöglich. Mark Hamill ist einfach Luke Skywalker. Er ist dafür verantwortlich, die Zuschauer in George Lucas‘ Geschichte mit hinein zu nehmen – und er leistet dabei hervorragende Arbeit. Durch ihn erhalten wir Zugang zu diesem Abenteuer und können uns darin wiederfinden. Carrie Fisher passt ebenfalls sehr gut in die Rolle der Prinzessin. Vor allem ihre Chemie mit Harrison Ford ist großartig. Letzterer bringt viel Witz in diesen Film. Als Han Solo hat er immer einen schlagfertigen Spruch auf den Lippen. Doch besteht der Humor nicht aus platten One-Linern, sondern passt immer zu den Charakteren. Besonders hervorheben möchte ich das herausragende Talent von Alec Guinness. Er hatte in meinen Augen die schwierigste Rolle – und gleichzeitig hat George Lucas auch hier Stärke bewiesen, indem er ihn dazu gebracht hat, diesen Part zu spielen. Guinness war vor Star Wars schon durchaus berühmt, Lucas hingegen ein noch recht unbekannter Regisseur mit bisher nur einem Erfolg. Nun bekam er verklickert, er soll von solch seltsamen Sachen wie der Macht, Laserschwertern und Klonkriegen reden. Schließlich darf er im finalen Kampf auch noch mit einem Holzstock (der erst in der Postproduktion in das fertige Schwert verwandelt wurde) gegen Darth Vader kämpfen. Zu guter Letzt lässt sich seine Figur freiwillig töten, um stärker zu werden als je zuvor. Ich kann mir vorstellen, dass Alec Guinness bestimmt in einigen Momenten George Lucas für leicht verrückt hielt und stark an dem Film zweifelte (schließlich war er selbst in den Jahren nach dem Ende der Trilogie nicht gut auf seine Rolle zu sprechen). Doch hat er es in der kurzen Zeit, die er im Film hat, geschafft, großen Eindruck zu hinterlassen. Außerdem wirft er viele Fragen auf, um den Zuschauer auf den nächsten Teil neugierig zu machen. Was ist die Macht? Warum wird er durch seinen Tod noch stärker? Wer ist Lukes Vater, von dem die ganze Zeit gesprochen wird?


Meine Bewertung

George Lucas hat mit diesem Meisterwerk einen Meilenstein der Filmgeschichte geschaffen. Mit so wenigen Mitteln und Unterstützung hat er seine Ideen wirkungsvoll in Szene gesetzt. Da frage ich mich, wieso Disney es nicht schafft, eine würdige Fortsetzung zu produzieren und nur die Originale kopiert (obwohl sie viel mehr Geld und Möglichkeiten haben, als er damals hatte)? Wahrscheinlich haben sie einen defekten Motivator. Star Wars IV hat die Filmindustrie und das Blockbusterkino so stark geprägt wie womöglich kein Film zuvor. Alleine dafür, aber auch für die unfassbar originelle, gut erzählte und musikalisch toll untermalte Geschichte gibt es

Fünf von Fünf Besen

Beppos Fazit

Beppo: Ich erinner mich noch an den Tag, als dieser Film ins Kino kam. Ich fegte gerade eine Straße und dachte mir: Heute geht das besonders leicht. Mir steht niemand im Weg rum, ich habe viel Platz.“ Dann ist mir aufgefallen, dass die Straßen menschenleer waren. Sie sind alle ins Kino gegangen und wollten diesen Film sehen. Nachdem ich mit meiner Arbeit fertig war, habe ich noch am selben Tag ein Ticket besorgt. In dem Moment, als das erste Raumschiff durch den Saal flog (so fühlte es sich damals an), habe ich verstanden, warum die Straßen so leer waren. Solche Tage vergisst man nicht.


Krieg der Sterne (Star Wars)
Jahr: 1977
Land: USA
Regie: George Lucas
Darsteller: Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Alec Guinness

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