Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger

Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger

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Darum geht es

Die ehemalige Königin von Naboo (Natalie Portman) überlebt zwei Attentate. Der Rat der Jedi möchte herausfinden, wer hinter den Anschlägen steckt. Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) macht sich auf die Suche nach dem Attentäter und kommt dabei einer Verschwörung auf die Spur, die deutlich größer ist, als zuerst angenommen. Nicht mal die Ältesten des Jedi-Rates haben erkennen können, wie sehr die dunkle Seite an Macht gewonnen hat. Währenddessen soll Obi-Wans junger Padawan Anakin Skywalker (Hayden Christensen) Padmé beschützen und kommt ihr dabei sehr nahe.


Wie lässt sich der Film einordnen?

Bei der Zuordnung zu einem Genre fällt Episode II etwas aus der Reihe. Waren alle anderen Teile Abenteuerfilme im Weltall gemischt mit viel Humor, so ist dieser eher ein Thriller. Es kommt eine Attentäterin vor, die Identität von dieser bzw ihrem Auftraggeber muss ermittelt werden, es werden Nachforschungen angestellt und eine Verschwörung muss aufgedeckt werden. Anakin und Obi-Wan arbeiten wie zwei Agenten, nur dass sie eben Jedis sind. Kurz nach dem Intro sehen wir sie in Aktion. Sie vereiteln den Mordversuch auf Padmé und nehmen die Verfolgung auf. Diese Jagd durch die Stadt gehört zu meinen Lieblingsstellen im Film. Sie ist hervorragend inszeniert. Die Umgebung und die fliegenden Fahrzeuge sind super in Szene gesetzt. John Williams‚ Score dazu ist wunderbar. Mit neuen Kompositionen treibt er die Spannung in die Höhe. Trotz des leicht anderen Stils passt die Musik perfekt zum Rest der Saga. Bei all dem Spektakel verliert George Lucas jedoch nicht die Charaktere aus den Augen. Die Chemie zwischen Ewan McGregor und Hayden Christensen ist hervorragend! Die ironischen Sprüche von Obi-Wan sind sehr erfrischend, wirken aber nicht aufgesetzt. Anders als in Episode I ist der Humor um einiges besser geschrieben (abgesehen von einer Figur, auf die ich noch eingehen werde). Ein Satz im besonderen finde ich bemerkenswert: „Wieso hab ich das Gefühl, dass du mein Tod sein wirst?“
Ewan McGregor bringt ihn mit so einer Leichtigkeit rüber, obwohl wir alle wissen, dass er mit seiner Vermutung nicht falsch liegt. Außerdem lässt er seine Figur deutlich reifer erscheinen. Dieser Teil kam zwar nur drei Jahre nach seinem Vorgänger ins Kino, jedoch schafft McGregor es, seine Rolle 10 Jahre älter wirken zu lassen.


Der dunkle Lord

Auch Hayden Christensen füllt die Rolle des Anakin sehr gut aus. Er bringt die ganze Bandbreite an Emotionen glaubhaft rüber. Der junge Jedi ist ein Draufgänger, der keine Angst vor Gefahr hat. Gleichzeitig quält ihn jedoch der Gedanke, seine Mutter zu verlieren und er widersetzt sich den Anweisungen der Jedi. Ich persönlich finde den Schauspieler gut gewählt. Nur an seiner Statur hätte er arbeiten können, damit er später die Rüstung von Darth Vader gut hätte ausfüllen können und David Prowses Verkörperung der Rolle nahe gekommen wäre. Im Fall von Christian Bale sehen wir, dass extreme körperliche Veränderungen für verschiedene Rollen möglich sind.


Viel gelernt die Drehbuchautoren sie haben

Generell wirken die Charaktere in diesem Teil deutlich ausgereifter. Selbst kleine Rollen wie die des Chefs des Restaurants, in das Obi-Wan geht, sind gut ausgearbeitet. Es gibt allerdings zwei Nebenfiguren, bei denen entweder Casting oder Drehbuch weniger gefallen: ersteres bei Boba Fett (Daniel Logan) und letzteres bei C-3PO (Anthony Daniels). Der geklonte Sohn des Kopfgeldjägers ist in meinen Augen sehr unsympathisch. Eine kurze Vorstellung von ihm, um seinen Ursprung zu erklären, wäre genug gewesen. Außerdem finde ich, dass der Junge fehlbesetzt ist. Nicht jedes Kind, das schauspielern kann, passt automatisch in jede Rolle. Hier hätten die Casting-Verantwortlichen jemand anders raussuchen sollen. Seine Rolle bekommt zu viel Screentime und schmälert dadurch den Genuss der ansonsten cool inszenierten Auseinandersetzung zwischen Jango Fett (Temuera Morrison) und Obi-Wan.
C-3PO gefällt mir relativ gut, nervt zum Ende hin jedoch. Anfangs haben er und R2-D2 (Kenny Baker) eine wunderbare Chemie, die an die alten Filme erinnert. Doch mit zunehmender Zeit legt George Lucas dem Droiden nur noch Kalauer in den Mund. Besonders ab dem Augenblick, in dem sein Kopf mit dem eines Killerdroiden vertauscht wird, folgen nur noch penetrant „lustige“ Sprüche. Es erscheint mir, als wolle Lucas unbedingt noch kindgerechte Elemente einfügen, um die Zielgruppe zu erweitern. Doch diese Sätze wirken aufgesetzt.


Der grüne Meister

Positiv hervorheben möchte ich Yoda (Frank Oz). Im letzten Teil rief er so gar keine Erinnerung an den Meister wach, den wir in Episode V kennen gelernt haben (wobei ich an dieser Stelle erwähnen möchte, dass ich nicht die Version von Episode I gesehen habe, in der er durch den CGI-Yoda ersetzt wurde). Doch hier macht er einen rundum guten Eindruck. Sein Design ist gelungen und seine Sprüche gefallen mir. In den Unterhaltungen mit Obi-Wan haut er einige leicht spöttische Sachen raus, die aber nie albern klingen. Der Kampf gegen Count Doku ist voll von One-Linern, die aber nicht platt sind, sondern zur Situation passen und eine gewisse Tiefe beinhalten. Richtig genial sind die Kampfkünste des grünen Meisters. Wer hätte gedacht, dass er so gut mit dem Schwert umgehen kann, wo er doch so schwerfällig an seinem Stock geht?
Auch die Synchronstimme passt diesmal besser, da der Sprecher ersetzt wurde. Sowohl in diesem Teil als auch in Episode III wird Yoda tatsächlich von einem echten Meister gesprochen, nämlich von Tobias Meister (der übrigens auch die deutsche Stimme von Darth Maul ist).


Die Macht ist stark in dem Ton

Wie im letzten Teil möchte ich besonders den extrem guten Sound hervorheben. Star Wars ist immer voller Musik. Es gibt kaum Momente, in denen das Orchester nicht zu hören ist. Wenn dann aber eine solche Szene auftaucht, bedeutet das, dass sich die Ton-Menschen hier richtig ins Zeug gelegt haben. Natürlich ist der Ton immer sehr gut, doch in diesen speziellen Momenten muss er aus akustischer Sicht ganz allein das Geschehen auf der Leinwand tragen. Das können wir eindrücklich bei der Verfolgungsjagd im All hören, als Obi-Wan hinter Jango Fett her ist. Es sind Schüsse zu hören sowie der Radar, die Triebwerke und die Bomben. Hier haben die Foleys wirklich beeindruckende Arbeit geleistet.


Schwach das letzte Drittel es ist

Doch einen weiteren Kritikpunkt möchte ich noch nennen. Der Film hat ein paar Längen. Vor allem ab dem Moment, als Obi-Wan auf Geonosis landet, verliert er an Tempo. Wie so oft in großen Blockbustern werden im letzten Drittel, wenn es richtig heiß her geht, die Charaktere aus den Augen verloren. Doch dadurch verliere ich als Zuschauer den persönlichen Bezug zu den Figuren und empfinde auch in den temporeichen Szenen weniger für das, was auf dem Bildschirm geschieht. Die Verfolgung auf Coruscant war auch sehr flott inszeniert, doch hab ich dort mehr mitgefiebert. Die Schlacht in der Arena sowie der anschließende Kampf der Klone gegen die Droiden hingegen lässt mich leider kalt. Sicher, die Effekte sind beeindruckend, doch die Emotionen spielen hier eine untergeordnete Rolle. Aus genau diesem Grund finde ich, dass der Film ab dem Erscheinen des Planeten Geonosis nachlässt.


Meine Bewertung

In meinen Augen ist dieser Teil der beste der Prequels. Er ist spannend, hat gut geschriebene Charaktere, ein wenig Humor und kommt der Original-Trilogie recht nah. Natürlich gibt es ein paar Schwächen, aber im Großen und Ganzen finde ich Angriff der Klonkrieger sehr unterhaltsam und gebe ihm

Vier von Fünf Besen


Beppos Fazit

Beppo: Wer kann Anakin nicht verstehen? Er ist immer der Meinung, genau das Richtige zu tun, hat aber die Konsequenzen nicht ganz durchdacht. Wie oft hatte ich als Jugendlicher eine Idee, die ich für grandios hielt? Doch hat sich im Nachhinein manchmal rausgestellt, dass sie totaler Quatsch war. Es ist gut, aus Fehlern zu lernen, doch oft brauchen wir jemanden, der einem sagt, wo’s lang geht. Jemand, der erfahrener ist und der einen Plan hat. Ich bin froh, dass ich solch gute Vorbilder hatte. Oft habe ich nicht verstanden, warum sie so streng waren. Doch ein paar Jahre später habe ich zurück geschaut und dann hat alles auf einmal einen Sinn ergeben.


Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger (Star Wars: Episode II – Attack of the Clones)
Jahr: 2002
Land: USA
Regie: George Lucas
Darsteller: Ewan McGregor, Hayden Christensen, Natalie Portman, Ian McDiarmid, Frank Oz, Samuel L. Jackson

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