Am wilden Fluß

Am wilden Fluß

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Darum geht es

Gail (Meryl Streep) und Tom Hartman (David Strathairn) wollen zum Geburtstag ihres Sohnes Roarke (Joseph Mazzello) eine mehrtägige Bootstour auf einem Fluss unternehmen. Doch Tom scheint sein Beruf wichtiger zu sein, als seine Familie, weshalb Gail und Roarke alleine losfahren. An der Anlegestelle begegnet der Junge einem Fremden namens Wade (Kevin Bacon), zu dem er schnell eine Beziehung aufbaut. Kurz vor ihrer Abfahrt erscheint Tom, der sich durch die beherzten Worte seiner Frau umentschieden hat. Während der Reise stoßen sie erneut auf Wade und seinem Kumpel Terry (John C. Reilly), die Hilfe bei der Navigation durch den Fluss benötigen. Doch hinter der scheinbar netten Fassade der zwei Fremden verbirgt sich weit mehr und die Familie Hartman schwebt bald in großer Gefahr.


Meine Meinung

Viele Thriller fangen mit einer actionreichen oder hoch dramatischen Szene an. Doch nicht dieser Film. Die ersten 20-30 Minuten ist er sehr ruhig und idyllisch. In dieser Zeit erfährt man sehr viel über die Familie Hartman. Auch die Schurken werden gut etabliert, wobei deren Motive und Wades grauenhaftes Wesen erst nach und nach ans Licht kommen. Ab dem Moment, in dem der Zuschauer die Bedrohung erkennt, ist der Film sehr spannend. Ich habe richtig mit den Figuren mitgefiebert und wollte nicht, dass ihnen was passiert. Dadurch, dass sie am Anfang so ausführlich vorgestellt wurden, sind sie mir richtig ans Herz gewachsen – selbst der Hund Maggie. Ein weiteres Plus ist, dass der Film bewusst Spannungspausen setzt. In anderen Actionfilmen und Thrillern, in denen ohne Unterbrechung eine aufregende Szene der nächsten folgt, kommt irgendwann Langeweile auf, weil die Charaktere nicht ausgebaut werden und keine Bindung zum Zuschauer hergestellt wird. Doch dieser Film gönnt den Figuren immer wieder Ruhephasen, in denen wir sie besser kennen lernen können. Der Humor ist ebenfalls gut platziert. Die lustigen Momente entstehen aus der jeweiligen Situation heraus und passend zu den Charakteren.


Musik und Kamera

Dass der Film so gut funktioniert, liegt neben dem guten Drehbuch ebenso an dem hervorragenden Soundtrack und der großartigen Kameraführung. Die Musik von Jerry Goldsmith fängt die Stimmung in den einzelnen Szenen perfekt ein. In den Naturszenen ist sie schön romantisch und ruhig, in den Abenteuerszenen erinnert sie an Star Trek, ebenfalls von Goldsmith komponiert. Doch werden hier nicht unendliche Weiten erforscht, sondern die gefährliche Höllenschlucht durchfahren. Der Fluss ist von der Kamera wirklich gut eingefangen. Die Fahrten durch die wilden Gewässer sehen sehr realistisch aus und wurden auf beeindruckende Weise gefilmt.


Schauspieler

Jede Rolle ist exzellent besetzt. Meryl Streep und David Strathairn liefern gute Performances als Ehepaar und Eltern ab. Sie verkörpert glaubhaft die taffe Kanufahrerin, die schon die gefährlichsten Gewässer gemeistert hat. Sie kennt aber auch ihre Grenzen und vor allem will sie ihre Familie beschützen. Kevin Bacon spielt einen super Bösewicht, der zuerst sympathisch rüberkommt, dann aber immer merkwürdiger und schließlich eklig und brutal wird. Besonders hervorstechend im Zusammenhang mit seiner Figur ist, dass einzelne Pistolenkugeln wirklich als Bedrohung dargestellt werden. In den meisten Actionfilmen schießen top ausgebildete Kämpfer mit Scharfschützen- und Maschinengewehren hunderte von Kugeln auf die Helden und treffen nie. Aber seine Figur hat über den ganzen Zeitraum nur begrenzte Munition und jeder einzelne Schuss stellt eine ernst zu nehmende Gefahr dar. Joseph Mazello passt ebenso perfekt in die Rolle als Roarke. Eben aus dem Jurassic Park entkommen, macht er auch hier, nur ein Jahr später, einen hervorragenden Job als Sohn, für den die Abenteuerreise durch den Fluss ebenso eine Achterbahn der Gefühle ist.


Meine Bewertung

Trotz seines Alters von 25 Jahren ist dieser Film immer noch sehr spannend und hat sich über die Jahre gut gehalten. Das sehr gute Drehbuch wurde durch hervorragende Regie, gute Kameraführung, einen eindringlichen Soundtrack und erstklassige Schauspieler super umgesetzt. Abgesehen von ein bis zwei Längen hat mich dieser Film sehr unterhalten. Am wilden Fluss bekommt deshalb von mir

Vier 1/2 von Fünf Besen


Beppos Fazit

Beppo: Ich mag diesen Film. Die Naturszenen haben so viel Schönheit und Ruhe ausgestrahlt. Auch, wenn es zwischendurch ziemlich turbulent und spannend war die Entführung hat die Familie wieder zusammen geschweißt. Sie sind gemeinsam durch die Höllenschlucht gefahren und daraus noch stärker hervorgekommen.


Am wilden Fluss (The River Wild)
Jahr: 1994
Land: USA
Regie: Curtis Hanson
Darsteller: Meryl Streep, David Strathairn, Kevin Bacon, Joseph Mazzello, John C. Reilly

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