8 Blickwinkel

8 Blickwinkel

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Darum geht es

In der spanischen Stadt Salamanca gibt es einen Gipfel, zu dem der Präsident der Vereinigten Staaten (William Hurt) eingeladen ist. Bewacht wird er von seinen Bodyguards, unter denen auch Thomas Barnes (Dennis Quaid) ist, der früher mal eine Kugel für ihn abgefangen hat. Die Fernsehregisseurin Rex Brooks (Sigourney Weaver) verfolgt das ganze Geschehen aus ihrem Ü-Wagen. Als der Präsident ans Mikrofon tritt, wird er erschossen. Kurz darauf gehen zwei Bomben hoch und Panik bricht aus. Barnes überlebt den Anschlag und heftet sich an die Fersen des Attentäters.


Meine Meinung

Der Film verfolgt ein sehr interessantes Konzept. Wer gerne Episodenfilme sieht oder sogar den Film 11:14 kennt, dem wird diese Erzählstruktur sehr gut bekannt sein. Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Immer wieder springt die Handlung auf 12:00 Uhr, ca. 20 Minuten vor dem Anschlag, zurück, und zeigt das Geschehen aus der Perspektive einer anderen Person. Dabei entdeckt der Zuschauer viele neue Details und es kommen Dinge ans Licht, die der ganzen Geschichte mehr Klarheit verleihen und die Zusammenhänge verdeutlichen. Sehr interessant zu sehen fand ich, wie wichtig manche Details sind, denen man beim ersten Durchlauf der 20 Minuten kaum Beachtung geschenkt hat. Dies wird besonders durch die Person des Hobbyfilmers Howard Lewis (Forest Whitaker) deutlich, der mit seinem Camcorder alles festhält. Hinweise, die vorher gestreut, aber nicht erklärt wurden, ergeben auf einmal Sinn. Währenddessen werden neue Fährten gelegt, für deren Verständnis die Betrachtung aus einem anderen Blickwinkel notwendig ist. Indirekt erinnert mich der Film an Butterfly Effect in dem auch deutlich wird, welche Auswirkungen einzelne Details, besonders deren Veränderung, auf die gesamte Geschichte haben.


Zu viele Wiederholungen

Der Film hat leider einige Schwächen. Zuerst sind an dieser Stelle die Wiederholungen zu nennen. Obwohl die Geschichte immer aus neuen Perspektiven erzählt wird, werden viele Dinge zu oft gezeigt. Ganze vier Mal dreht sich das Geschehen um genau denselben Ort. Jedes Mal sieht man den Präsidenten umfallen, die zwei Bomben hochgehen, usw. Ich hätte mir gewünscht, dass die Abweichungen der einzelnen Blickwinkel größer sind und der Film den Mut hat, nicht alles bis ins Kleinste durchzukauen und dem Zuschauer mehr Kombinationsgabe zutraut. Etwas mehr Variation hätte der Spannung sehr gut getan. Erst beim fünften und sechsten Durchlauf sieht man komplett andere Orte und Handlungsstränge. Diese zwei Wiederholungen sind die interessantesten des Films und bilden die Grundlage für einen weiteren spannenden Verlauf der Geschichte aus der Sicht der noch kommenden zwei Blickwinkel. Doch hierbei gibt es zwei Probleme. Zum Einen flacht die Spannung ab dem Teil ab. Der Film setzt nur noch auf Action und Tempo, erzählt aber wenig Neues. Die bisherige Erzählstruktur wird fallen gelassen. Ich hätte gerne noch mehr Zusammenhänge gesehen und erfahren, wie alles miteinander verbunden ist. Doch leider sind dem Regisseur ab diesem Punkt Verfolgungsjagden und Schießereien wichtiger. Zum Anderen macht der deutsche Titel den Film spätestens an dieser Stelle kaputt. Im Original heißt der Film Vantage Point, also übersetzt Aussichtspunkt. Dieser Titel verrät nicht wie im Deutschen den Aufbau des Films. Außerdem stimmt die Anzahl der Blickwinkel nicht. Nach der sechsten Wiederholung ist Schluss. Es gibt keine weiteren zwei Blickwinkel. Dafür kann der Film nichts, doch für den deutschen Zuschauer ist das enttäuschend.


Verschenktes Potential

Bei den Schauspielern werden Möglichkeiten verschenkt. Sie alle füllen ihre Rollen gut aus, doch werden sie viel zu wenig gezeigt. Besonders von Sigourney Weaver und Forest Whitaker hätte ich gern mehr gesehen. Ihre beiden Figuren sind Beobachter, die durch die Kamera Dinge betrachten, die anderen entgehen. Mit diesem Stilmittel und den Charakteren hätte man noch viel mehr machen können.


Meine Bewertung

Der Film ist unterhaltsam und an manchen Punkten spannend und interessant erzählt. Für einmal Schauen ist er durchaus geeignet. Doch wer einen verschachtelten, aufregenden und außergewöhnlichen Streifen sehen möchte, sollte lieber zu Memento greifen. 8 Blickwinkel bekommt von mir

Drei von Fünf Besen


Beppos Fazit

Was hältst du von dem Film Beppo?

Beppo: Beim Straßenkehren beobachte ich auch sehr gerne, was die Menschen um mich herum tun. Doch wir wissen nie, wer diese Leute sind, was sie bisher erlebt haben und noch erleben werden. Vielleicht ist einer von ihnen Geheimagent und ein anderer hat gerade ein geheimnisvolles Buch gestohlen, das ihn in ein spannendes Abenteuer hineinzieht. Jeder könnte in eine filmreife Geschichte verwickelt sein. Wäre der Film aus den Augen von acht Straßenkehrern und mit mehr Ruhe erzählt worden, hätte er mir besser gefallen.


8 Blickwinkel (Vantage Point)
Jahr: 2008
Land: USA
Regie: Pete Travis
Darsteller: Dennis Quaid, William Hurt, Sigourney Weaver, Matthew Fox, Forest Whitaker

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